Naturfreunde –Verbandnews
Notizen Mai 2011 von Xaver
Manchmal ist es interessant einen Blick auf andere
Naturfreunde-Sektionen zu werfen.
Die Mitgliederentwicklung widerspiegelt ein wendig den Gesundheitszustand – und
der sieht gar nicht so gut aus - siehe hier
Nun wir lassen uns aber nicht anstecken – und gehen unseren eigenen Weg. Bei den Naturfreunden Rheintal lohnt es sich mitzumachen!
Notizen 18. April 2010 von Xaver
Vor einem Jahr wurden Statuten erneuert – im Gegensatz zu Entwurf in einer für Sektion akzeptablen Form – in der Praxis bringt dies aber dem Verband kaum was – der Mitgliederverlust NFS geht im gleichen Stil weiter. Vom dem vor zwei Jahren – mit einigem Geld – gross propagierten Jugendprojekt ist auch wenig geblieben - bis auf eine wenig brauchbare Webseite mit unattraktiver Auflistung einiger Kurse, einem nicht gepflegtes Forum, ohne Möglichkeit Verknüpfung zu Jugendaktivitäten in Sektion.
Nun werden die Sektionen nochmals mit mindestens 100‘000.-
zur Kasse gebeten, um noch ein paar weitere ähnlich wirkungslose Webseiten zu
erstellen, z.b. für Senioren, Erwachsene, Familien –
mit einer Namensvielfalt die mehr an einen Supermarkt als einen nachhaltigen
Verein erinnert. Aktive Senioren werden über eine Seniorenwebseite kaum
angesprochen, BASPO hat nicht von ungefähr den Begriff Seniorensport eliminiert
und in Bereich Erwachsenensport überführt.
Der grossen Mehrheit der Sektion – die eher dahin dümpeln und kaum was
attraktives für ,Neue‘ machen – dürfte die (in meinen
Augen wirkungslose) Werbekampagne von ‚Oben‘ willkommen sein, man macht dann ja
was und muss sich selbst ja gar nicht anstrengen. So nimmt halt der Niedergang
der Naturfreunde steten Lauf – jetzt sind es noch 19‘000 Mitglieder. Selbst da
wird Selbstbetrug betrieben, es werden immer noch Zahlen von bis 23‘000 in
neusten NF-Unterlagen rumgeboten. Dass der stete massive Mitgliederverlust mit
‚Gesellschaft‘ zu tun hat widerlegt ähnlich gelagerter SAC mit stetig
wachsendem Mitgliederbestand.
Mit einem ähnlich verzerrten Selbstbild der Naturfreunde wird auch ein Ausbildungsreglement durchgeboxt. Viele der Sektionen - mehrheitlich kaum noch aktiv und daher kaum wirklich betroffen - unterstützen eine zentralistische Lösung, merken auch nicht dass diese Lösung massive Löcher und Klumpenrisiken aufweist. Für mich bedeutet das Ausbildungsreglement etwa folgendes: Es gelten nicht mehr fähige und kompetente Personen als Leiter, sondern Personen – fähig oder auch nicht - die vorgegebenen einseitigen Anlässen besucht haben (NFS vertritt kommerzielle Interessen einer einzigen Bergsteigerschule, obwohl für eine gute Weiterbildung zwingend Abwechslung der ‚Ausbildungsschulen‘ gefragt ist.)
Aber das schlechte Gewissen der meisten Sektionen ist mit diesem Ausbildungsreglement beruhigt, es geht jetzt ja was und man kann jetzt ja erst recht zurücklehnen. Ich denke dies ist ein todsicheres Rezept, dass es keinen Richtungswechsel in Mitgliederentwicklung gibt.
Jürg Zbinden ist nun 7 Jahre Präsident des NFS-Verbandes. Sein Wirken ist wenig nachhaltig, massiver Mitgliederverlust, abnehmende Wahrnehmung in Öffentlichkeit (trotz grossen Chancen wie 100 Jahre NFS), Niedergang Sponsoring, null neue Projekte, Rechthaberei mit Streitsucht, Ineffiziente Administrationen, u.v.m. sind klar negativ.
Er dürfte vor allem am Geld von NF interessiert sein (war am Anfang 20% angestellt, kostet jetzt aber Verband direkt und indirekt wahrscheinlich über 100‘000.- - 1/5 der Einnahmen!), denn als Unternehmensberater scheint er in Privatwirtschaft kaum gefragt zu sein.
Auszug Mailinglisten-Email
22.Mai 2008 von Xaver
Wie ihr wisst, gibt es seit einem Jahr keinen Regional/Bergsportverband mehr – und inzwischen hat sich auch Ruedi Angehrn mit seiner von Bern immer gelobten Verzeige-Sektion Appenzell verabschiedet, und wen wundert’s, nicht ohne auch noch fremdes Eigentum mitzunehmen.
Die finanziellen Mittel unseres Landesverbandes Naturfreunde Schweiz reichen so knapp zum
Überleben, und es werden kaum noch notwendige grössere Projekte in Angriff
genommen.
Und ohne materialen oder ideellen Mehrwert lehnen Sektionen höhere Beiträge
seit längerem ab – und so fallen auch andere Unterstützungen immer mehr weg.
Hauptgrund für dieses Problem sind recht happige Rückgänge der Mitgliederzahl (über 4 % letztes Jahr) bei steigenden Kosten – und parallel dazu werden auch Sponsoringbeiträge etc. immer kleiner.
Anstatt Strategien, Strukturen, Leistungen, usw. sinnvoll an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen, wird in Bern mit unrealistischen Hoffnungen weitergewurstelt.
Da sind wir im Rheintal, und darauf dürfen wir stolz sein – fast überall echt Welten weiter als Bern (auch wenn es auch bei uns noch viel zu tun gibt), sei es bei Mitgliederzahlen, Strukturen oder Finanzen. Wir haben Schwierigkeiten nicht einfach verdrängt, sondern wir haben mit grosser Unterstützung der grossen Mehrheit Mitglieder gehandelt, investiert und Mehrleistungen geschaffen. Und dies wird von den Leuten (z.B. unseren Mietern) auch honoriert.
Letzten Samstag (17.5.08) habe ich wieder nach 3 Jahren eine
NFS Delegiertenversammlung in Arbon besucht.
An Naturfreunde DV’s der letzten Jahre wurde immer
enorm gestritten, dies mal war es verdächtig ruhig – ohne sichtbaren Willen die
grössten Probleme vorrangig zu behandeln.
Selbstverständlich kam ich – für die mich in Sachen Verbänden kennen – eher ungeplant zum meinem aufmüpfigen Auftritt, diesmal wegen Entwicklung der Finanzen und Appenzell.
Der Vorstand arbeitet inzwischen sicher besser als auch schon. Eine grössere anstehende Statutenrevision löst im Moment einen gewissen Reform-Eifer aus, aber für mich schlicht viel Geschäftigkeit, um ja nicht viel wichtigere Reformen in Angriff nehmen zu müssen – nicht verwunderlich bei soviel Blindheit und einer Verbandsführung die nur verwaltet aber nicht führt.
Und zu guter letzt gibt es (dafür mussten die Sektionen extra ca. 40‘000.- bezahlen) eine neue Webseite – www.froxx.ch – Schaut doch einfach mal rein ...
Allerlei
Was bedeutet ‚Berg frei‘ ?
wahrscheinlich wissen es längst nicht alle Maillistenempfänger – Es ist ein
Gruss unter Naturfreunden, der vor allem bei der gegenseitigen Gratulation nach
dem Erreichen eines Gipfels gesprochen wird (‚Berg frei‘ anstelle
,ich gratuliere‘). Der Hintergrund dazu liegt 100 Jahre zurück, damals
waren viele Berggebiete in Österreich nur Adlige für ihr Jagdvergnügen
zugänglich und ‚Berg frei‘ war eine Art Kampfruf gegen die Zutrittsbeschränkung
der Berge. Wäre eigentlich heute wieder vermehrt notwendig, wir haben immer mehr
Zutrittsverbote, wobei sich vielfach bestimmte Kreise – vor allem Jäger – sich
bestimmte Privilegien unter dem Vorwand Naturschutz schaffen.
Und wenn wir schon dabei sind: Begriff
Naturfreunde: mit Natur meinte man vor 100 Jahren schlicht nur ‚ausserhalb
der Stadt‘ – Naturfreude war Name für (Arbeiter-)Freizeitverein für Aktivitäten
auf dem Lande. Heute ist der Name ziemlich problematisch, denn fast jeder der
‚Naturfreunde‘ zum ersten mal hört, denkt an Naturschutz
Mit Naturschutz haben wir aber gar nichts zu tun, wir nutzen nur die Natur als
Arena für unsere Freizeit (und stehen daher für deren Erhaltung und Schönheit
ein)