Eclat bei Delegierten-Versammlung der Naturfreunde 12.5.2007
Die Delegiertenversammlung der Naturfreunde Schweiz hat am Samstag eine ihrer rund 160 Sektionen zwangsaufgelöst. Die betroffenen Naturfreunde Kloten hatten Passivmitglieder aufgenommen, die dem Mutterverband keine Beiträge zahlten.

2005 habe die Delegiertenversammlung der Naturfreunde beschlossen, dass die Sektionen keine Passivmitgliedschaften anbieten sollten, sagte Naturfreunde-Präsident Jürg Zbinden auf Anfrage zu einem Communiqué. Fünf Monate später habe die Sektion Kloten dies dennoch getan.

Laut Zbinden geht es bei dem Zwist um Geld: Passivmitglieder leisten keine finanziellen Beiträge an den Landesverband. Nach verschiedenen Einigungsversuchen beschlossen die Delegierten deshalb am Samstag in La Chaux-de-Fonds, die Klotener Sektion gegen deren Willen aufzulösen.

Sie befürchteten, dass der Verband geschwächt werden könnte und fanden das Vorgehen der Klotener unsolidarisch. Laut Zbinden ist der Vorgang einzigartig in der Geschichte der Naturfreunde. Die Klotener Sektion habe angekündigt, ihre Auflösung vor Gericht anfechten zu wollen.
 

Kommentar aus Rheintal: Ich kann eigentlich Naturfreunde Kloten gut verstehen, fliesen über 3/4 der Mitgliederbeiträge praktisch ohne Nutzen nach Bern. Der Verband beschäftigt sich nämlich primär mit sich selbst, und ist in Öffentlichkeit - und für die meisten Mitglieder praktisch kaum noch wahrnehmbar.

Zbinden und Co sind ziemlich blind, es zahlt trotzdem keine Person mehr etwas nach Bern, im Gegenteil Solidarität führt noch zu mehr Austritten. Diese Personen können als Nichtmitglieder weiter an meisten Anlässen teilnehmen! Aktive Gruppen wie z.B. in Kloten sind sogar in der Lage als unabhängiger Verein weiter zu existieren und dem Verband aktiv Mitglieder abzuwerben.

Es stellt sich auch immer mehr die Frage, ob bei der aktuellen Mitgliederzahl dieser Wasserkopf mit gut honorierten Präsidenten überhaupt noch sinnvoll ist.
 


Anzeiger Kloten Online, 18. Januar 2007, Ausgabe 3

 

Die Naturfreunde haben sich entzweit

Die Naturfreunde Kloten sollen wegen eines Verstosses gegen die Statuten aufgelöst werden

 

Der Landesverband der Naturfreunde will die Sektion Kloten auflösen. Ein jahrelanger Konflikt habe dazu geführt, sagt Roger Hardmeier, Präsident der Naturfreunde Kloten.

Die Naturfreunde Kloten laden am 24. Januar zu einer ausserordentlichen Generalversammlung. «Der Vorstand des Landesverbandes der Naturfreunde Schweiz (NFS) versucht, die Sektion Kloten aufzulösen», heisst es in einer E-Mail, welche Roger Hardmeier, Präsident der Naturfreunde Kloten, am vergangenen Donnerstag an die Medien verschickt hat. Die Klotener sind mit den Absichten des Landesverbandes nicht einverstanden und wollen nun an der Generalversammlung das weitere Vorgehen beschliessen.
«Der Konflikt beruht auf einer jahrelangen Unzufriedenheit mit der übergeordneten Vereinsinstitution in Bern», sagt Hardmeier.
Mit anderen Worten: Die Klotener Naturfreunde sind mit den Leistungen nicht zufrieden, die sie vom Landesverband dafür erhalten, dass sie 70 Prozent ihrer Mitgliederbeiträge nach Bern abliefern. Zu diesen Leistungen gehören etwa Kurse für Leiter, Mitgliederausweise und eine Vereinszeitung. Jürg Zbinden, Präsident der NFS, ergänzt: «Wir stellen Alleinerziehenden kostenlos Naturfreundehäuser zur Verfügung und betreiben Jugend- und Sportförderung. Davon profitieren auch Klotener Mitglieder.» Das Sich-Bekennen zu Solidarität, sozialem Verhalten sowie zum Natur- und Umweltschutz komme daher für Naturfreunde vor dem von Kloten angedachten «Return of Investment» der Beiträge.
Die Sektion Kloten besteht aus über 300 Mitgliedern und führt 140 bis 150 Wanderungen im Jahr durch, an denen insgesamt bis zu 1500 Personen teilnehmen. «Eigentlich sind wir eine sehr zufriedene Sektion», sagt Hardmeier. Trotzdem kam es im Jahr 2003 zu ersten Auseinandersetzungen mit dem Landesverband, sodass der Vorstand der Klotener Sektion an der Generalversammlung im Jahr 2004 von seinen Mitgliedern den Auftrag erhielt, das Verhältnis mit der übergeordneten Institution zu überprüfen und nach Lösungen zu suchen.

Konsequenzen gezogen

Als ein Jahr später keine Lösungen auf dem Tisch lagen, zogen mehrere Mitglieder die Konsequenzen und traten aus dem Verein aus. «Wir boten ihnen an, als Gönner in der Sektion zu verbleiben, was einige dann auch taten», erklärt Hardmeier. Der Landesverband sieht das anders: «Unter dem Titel Goldmitgliedschaft versucht die Sektion Kloten, die Beitragspflicht zu umgehen», so der NFS-Vorstand. In einem Brief seien die Inhaber einer solchen Mitgliedschaft darauf hingewiesen worden, dass das gegen die NFS-Statuten verstosse. Da Kloten diese statutenwidrige Situation weiterhin propagiert habe, habe der Landesverband einen Entscheid treffen müssen. Es gehe nicht an, dass Kloten unter den 169 Sektionen einen Sonderzug fahre. «Eine Konsultativabstimmung bei der Sektion Kloten, an der die Wiederherstellung regulärer Mitgliedschaften hätte beschlossen werden können, zeigte eindeutig in eine andere Richtung.» Laut NFS ist daher nur noch die Auflösung der heutigen respektive Neugründung einer regulären Sektion möglich.
«Dass der Landesverband unsere Sektion auflösen will, akzeptieren wir nicht», sagt Hardmeier. Was nun die nächsten Schritte sein werden, soll am 24. Januar entschieden werden. Dass die Klotener Naturfreunde gegen den Auflösungsentscheid rekurrieren wollen, nimmt Zbinden zur Kenntnis: «Die statuarischen Rekursmöglichkeiten stehen allen offen.»

Nadja Ehrbar


Zürcher Unterländer: Freitag, 26. Januar 2007
Kloten: Scheidung wider Willen                    Hannes Währer
An einer ausserordentlichen Generalversammlung haben die Naturfreunde Kloten beschlossen, sich gegen die Auflösung der Sektion zu wehren.
 
An der ausserordentlichen Generalversammlung (GV) vom Mittwochabend im Zentrum Schluefweg haben die Naturfreunde Kloten beschlossen, alles zu unternehmen, um die vom Vorstand des Landesverbandes verfügte Auflösung der Sektion Kloten rückgängig zu machen. Neben Gönnern und 61 stimmberechtigten Mitgliedern der Sektion Kloten war auch der Präsident des Landesverbandes, Jürg Zbinden, anwesend.
Das Zerwürfnis zwischen den zwei Parteien ist bereits weit fortgeschritten. Beide Seiten brachten ihre Rechtsvertreter an die GV mit.

Streit um Mitgliederbeiträge
Der Konflikt dreht sich um die Verwendung und Aufteilung der Mitgliederbeiträge. Seit Jahren herrscht bei der Klotener Sektion Unbehagen darüber, dass 70 Prozent der Mitgliederbeiträge an den Landesverband abgegeben werden müssen.
Um drohenden Austritten zuvorzukommen, hat die Sektion Kloten eine Mitgliederkategorie eingeführt, die keine Beiträge an den Landesverband abliefert. In der Folge hat der Schweizer Vorstand der Naturfreunde die Auflösung der Sektion Kloten beschlossen.

Unsoziales Vorgehen
An der Versammlung vom Mittwoch bezeichnete Zbinden das Vorgehen der Sektion Kloten als «der Gesinnung der Naturfreunde unwürdig, statutenwidrig und unsozial». Zudem rief der Verbandspräsident die Leistung des Landesverbandes als Gegenleistung für die Mitgliederbeiträge in Erinnerung.

Diverse Klotener Mitglieder äusserten darauf ihr Befremden über das Vorgehen des Landesverbandes, der «seine Mitglieder ziemlich arrogant behandelt», wie Sektionspräsident Roger Hardmeier sagte. Gleichzeitig plädierten aber viele dafür, eine gütliche Einigung anzustreben.

Hoffen auf gütliche Lösung
Da noch eine Einsprache der Klotener Naturfreunde bei der Schiedsstelle des Verbandes hängig ist, hoffen sie nun, dass in den folgenden Gesprächen eine Lösung gefunden wird.
Sollten diese Verhandlungen scheitern, haben die Klotener Naturfreunde am Mittwochabend in einer Konsultativabstimmung bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen beschlossen, bei der schweizerischen Delegiertenversammlung Rekurs gegen den Ausschluss einzulegen.