Naturfreunde News – von Rheintal über
Appenzell bis Bern – Notizen von Xaver Hutter, 22.Mai 2008
Wie ihr wisst, gibt es seit einem Jahr keinen Regional/Bergsportverband mehr – und inzwischen hat sich auch Ruedi Angehrn mit seiner von Bern so gelobten Verzeige-Sektion Appenzell verabschiedet, und wen wundert’s, nicht ohne auch noch fremdes Eigentum mitzunehmen.
Die finanziellen Mittel unseres Landesverbandes Naturfreunde Schweiz reichen so knapp zum
Überleben, und es werden kaum noch notwendige grössere Projekte in Angriff genommen.
Und bei sinkenden materialen und ideellen Leistungen von NFS lehnen Sektionen
höhere Beiträge berechtigterweise seit längerem ab, und auch weitere Einnahmen
sinken ebenfalls.
Hauptgrund für dieses Problem sind recht happige Rückgänge der Mitgliederzahl (über 4 % letztes Jahr) bei steigenden Kosten – und parallel dazu werden auch Sponsoringbeiträge etc. immer kleiner.
Anstatt Strategien, Strukturen, Leistungen, usw. sinnvoll an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen, wird in Bern mit unrealistischen Hoffnungen weitergewurstelt.
Da sind wir im Rheintal, und darauf dürfen wir stolz sein – fast überall echt Welten weiter als Bern (auch wenn es auch bei uns noch viel zu tun gibt), sei es bei Mitgliederzahlen, Strukturen oder Finanzen. Wir haben Schwierigkeiten nicht einfach verdrängt, sondern wir haben mit grosser Unterstützung der grossen Mehrheit Mitglieder gehandelt, investiert und Mehrleistungen geschaffen. Und dies wird von unseren Mitgliedern als auch Hausbenutzer auch honoriert.
Letzten Samstag (17.5) habe ich wieder nach 3 Jahren eine
NFS Delegiertenversammlung in Arbon besucht.
An Naturfreunde DV’s der letzten Jahre wurde immer
enorm gestritten, dies mal war es verdächtig ruhig – ohne sichtbaren Willen die
grössten Probleme vorrangig zu behandeln.
Selbstverständlich kam ich – für die mich in Sachen Verbänden kennen – eher ungeplant zum meinem aufmüpfigen Auftritt, diesmal wegen Entwicklung der Finanzen und Appenzell.
Der Vorstand arbeitet inzwischen sicher besser als auch schon. Eine grössere anstehende Statutenrevision löst im Moment einen gewissen Reform-Eifer aus, aber für mich schlicht viel Geschäftigkeit, um ja nicht viel wichtigere Reformen in Angriff nehmen zu müssen – nicht verwunderlich bei soviel Blindheit und einer Verbandsführung die nur verwaltet aber nicht führt.
Einige Vorschläge für Statutenänderung haben für uns durchaus einige Brisanz – denke da Sachen wie dreinreden Landesverband in unser Haus. Bis Ende Juni ist Vernehmlassung.
Und zu guter letzt gibt es (dafür zahlen die Sektion extra ca. 35‘000.-) eine neue Webseite – www.froxx.ch – Schaut doch einfach mal rein.
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Was bedeutet ‚Berg frei‘ ? wahrscheinlich wissen es längst
nicht alle Maillistenempfänger – Es ist ein Gruss unter Naturfreunden, der vor
allem bei der gegenseitigen Gratulation nach dem Erreichen eines Gipfels
gesprochen wird (‚Berg frei‘ anstelle ,ich
gratuliere‘). Der Hintergrund dazu liegt 100 Jahre zurück, damals waren viele
Berggebiete in Österreich nur Adlige für ihr Jagdvergnügen zugänglich und ‚Berg
frei‘ war eine Art Kampfruf gegen die Zutrittsbeschränkung der Berge. Wäre
eigentlich heute wieder vermehrt notwendig, wir haben immer mehr Zutrittsverbote, wobei sich vielfach
bestimmte Kreise – vor allem Jäger – sich bestimmte Privilegien unter dem
Vorwand Naturschutz schaffen.
Und wenn wir schon dabei sind: Begriff
Naturfreunde: mit Natur meinte man vor 100 Jahren schlicht nur ‚ausserhalb
der Stadt‘ – Naturfreude war Name für (Arbeiter-)Freizeitverein für Aktivitäten
auf dem Lande. Heute ist der Name ziemlich
problematisch, denn fast jeder
der ‚Naturfreunde‘ zum ersten mal hört, denkt an Naturschutz
Mit Naturschutz haben wir aber gar nichts zu tun, wir nutzen nur die Natur als
Arena für unsere Freizeit (und stehen daher für deren Erhaltung und Schönheit
ein)