100 Jahre Naturfreunde Schweiz         von Xaver Hutter 30.5.05                         Start

Im Jahre 1905 entstanden die ersten Sektionen in Schweiz, nach dem rund 10 Jahre zuvor die die Idee einer Freizeitbewegung im Umfeld von einfachen Arbeitern in Österreich geboren wurde. Zu jener Zeit war Freizeit noch rar und musste von Gewerkschaften erst noch erkämpft werden. Das Buch zum 100 Jahr-Jubiläum gibt einige interessante Einblicke in die Naturfreundegeschichte (ein Exemplar ist im Tönihuus platziert). 

Ursprünglich war der Vereinsname Touristenverein 'Die Naturfreunde'. Der Begriff Naturfreunde war nur ein Zusatz zur Unterscheidung von anderen Touristenvereinen und signalisierte damals einfach Freizeitaktivitäten ausserhalb der Städte. Mit dem heutige Namen Naturfreunde ist die Zielrichtung nicht mehr direkt erkennbar - und in der Praxis ist Verband auch ziemlich ziellos.

Die Geschichte zeigt ein wechselhaftes Bild, einige Sektionen sind durchaus erfolgreich, der Landesverband hat hingegen wegen komplizierter Strukturen, fehlender Nähe zur Basis, unausgewogener Meinungsbildung, etc. wenig Dauerhaftes erzeugt (das letzte Haus des Verbandes wurde im Jubiläumsjahr zwangsversteigert). 

Von unseren Mitgliedern wird die Zeitschrift Naturfreund positiv aufgenommen und ein existierendes Bergsportprogramm - vor allem für Leiter - wird ebenfalls registriert. Abgesehen von speziellen Anlässen wie Jubiläum oder Landschaft des Jahres sieht man sonst kaum Aktivitäten.

Was mich im Moment am meisten nervt ist die massenhaft verwendete Floskel Solidarität vom Präsidenten und anderen Funktionären. Warum?  Das nicht Ernst nehmen von anderen Meinungen und das viele Eigenlob sind für mich - trotz grossem Einsatz - klare Zeichen von Egoismus. Es wird einige gute Arbeit geleistet, aber ein Webauftritt (mangelnde Aktualität, unbrauchbare Navigation) oder der Informationsfluss (magere Informationentiefe, wochenlang keine Antworten) verdienen definitiv kein Lob.
  

DV 2007 La Chaux-de-Fonds (12.5.07)     Kommentar von Xaver Hutter, 16.5.07

Die Sektion Rheintal hat an den letzten zwei Jahre nicht mehr an Delegiertenversammlung teilgenommen. Wir haben besseres zu tun als leeren Solidaritäts-Floskeln zu zuhören.

Über 3 Jahre wird nun z.B. gestritten um Mitgliederkategorien - und es verwundert mich nicht, dass ein unflexibler Vorstand und die Mehrheit der Delegierten (viele aus kaum noch aktiven Sektionen) den Ausschluss der recht aktiven Sektion Kloten beschliesst, weil diese eine kreative Lösung gegen Mitgliederverlust beschliesst, die dem Verband nicht passt.
Dass Vorstand und die gleiche DV Ehrenmitglied aus Sektion ernennt, die exakt das selbe praktiziert ist, widerspricht dem Gedanken von Solidarität und Fairness.

Es gibt zu denken...
- ein Verbands-Präsident der Konflikte anheizt statt Spannungen abbaut...
  Mit anderem Verhalten wären Konkurs Zermatt, Streit um Sektion Kloten, massive finanzielle
  Verluste, Niedergang Regionalverband Ostschweiz, etc. vermeidbar gewesen.
- ein Verband der für die Allgemeinheit und seine Mitglieder kaum noch einen Nutzen hat und
  kaum noch wahrgenommen wird - dies obwohl 3/4 der Mitgliederbeiträge in Verband fliessen.
  So fällt es selbst aktiven Sektionen schwer Mitglieder zu gewinnen.
- ziemlich begrenztes und wenig eigenständiges Kursangebot. Von Verband würde ich erwarten,
  dass mehr als nur eine Anbieter berücksichtigt wird und Leiterausbildung günstiger ist.
- dass Verband im Schnitt jährlich doppelt so viele Mitglieder verliert als gewinnt (netto je 3-4%),
  Es sind bald unter 20'000 Mitglieder (bzw. 10'000 zahlende  Haushalte)

Inzwischen bin ich zur Überzeugung gekommen, dass der Verband in der jetzigen Art keine Zukunft mehr hat. Der Verband macht kaum noch etwas 'Produktives' - die letzte Aktion  (3. Wiederholung Alleinerziehende) ist inzwischen auch ziemlich nutzlos (Null Medienecho, nur noch geringes Interesse...). Ist ist hart, aber Verband muss Strukturen den aktuellen Gegebenheiten anpassen, die Verbandsbeiträge mindestens halbieren, damit in aktiven Sektionen, später auch im Verband, Spielraum für Neues entsteht.
 

Regionalverband Ostschweiz, NF-Bergsportverband 2004 - 2007

Der ehemalige Kantonalverband St. Gallen/Appenzell und ihre Nachfolger haben eine unrühmliche Entwicklung hinter sich:
- 2001 löst Kantonalverband auf und geht in Regionalverband Ostschweiz über.
  Über die Jahre werden praktisch alle aktiven Leiter hinausgeekelt und am Schluss wundert
  man sich, dass niemand mehr aktiv im Verband mit machen will...
- 2004 löst sich in Folge Regionalverband auf. Weil die Sektionen noch für dumm verkauft
  werden, kehren die meisten Sektionen dem Verbandswesen den Rücken zu.
- im Bergsportverband machen nur wenige mit - und trotzdem wird weiter diktiert,  werden primär
  eigene Interessen durchgesetzt. So hat löst sich innert ein paar Jahren der dritte Verband auf -
  diesmal wahrscheinlich endgültig.

Ein Verein und Verband braucht interessierte und engagierte Leute. Es gibt diese Leute - nur müssen diese aufgebaut und gefördert werden, zudem braucht es Zeit und Geduld.
In den 3 Ostschweizer Verbänden wurde in den letzten 8 Jahren aus purem Machtanspruch einer Person gepaart mit Untätigkeit der Sektionen, genau das Gegenteil gemacht. Schlimmer noch ein funktionierendes Kurswesen wurde in ein paar Jahren kaputt gemacht.

Immerhin haben dank Regionalverband Ostschweiz etc. etliche junge und auch einige ältere Personen den Zugang zum Bergsport gefunden. Die Naturfreunde haben es aber schlicht verpasst dies zunutzen, im Gegenteil sogar Sektionsaustritt steht zur Diskussion.
 

DV 2005 Bern (28.5.05)

Die DV 10:00 bis 17:00 war geprägt von einigen Reden, einigen Darbietungen und natürlich den traktandierten Geschäften (effektive Verhandlungszeit geschätzt 2.5 Stunden).
Der zeitliche Ablauf der eigentlichen Geschäfte war so, dass vieles gegen Schluss - der Versammlung - die Leute wollten heim - gar nicht mehr ernsthaft diskutiert werden konnte.
Da ist eine verdeckte Manipulation der DV nicht ganz von der Hand zu weisen.

Die üblichen HV-Geschäfte (Berichte, Rechnung, Wahlen) wurden schnell erledigt. Zu erwähnen ist vielleicht dass kein einiger Westschweizer in einem Organ NFS mitwirkt.

Der Vorstand hat eine ganze Reihe ein neuen Mitgliederkategorien vorgeschlagen, wobei er eine von ihm versprochene Lösung 'Nur Sektionsmitglieder' selbst topediert hat. Die vorgeschlagenen Kategorie wurden abgelehnt, Alleinerziehende wurde mit höheren Beiträgen angenommen.
Wegen vielen unklaren Punkten wie z.B. Entschädigungen wurde dem Vorstand keine (Blanko-) Kompetenz nicht erteilt eine Stiftung Projekte zugründen. 
Am Schluss wurde noch beschlossen, den Verbandszweck von unklarem Sportbegriff auf reinen Bergsport umzuschreiben. Was mich verwunderte, dass es kaum Opposition gab, zumal Bergsport in vielen Sektionen - im Gegensatz zu uns - kaum ein Thema ist. Entweder ist es den Leuten gleichgültig was in den Statuten steht oder alle wollten einfach heim.

Die Sektion Rheintal hatte zwei Anträge eingebracht, die aufgrund meiner Meinung aus verschiedenen Gründen keine fairen Chancen hatten. Die vom Vorstand NFS aus fadenscheinigen Gründen abgesagte Präsidentenkonferenz ist z. B. ein Grund dafür, dass wir auch keine Gelegenheit hatten, den verschiedenen Sektionen mit machbarem Aufwand einige klärende Informationen mitzugeben, was insofern  wichtig gewesen wäre, weil die Abstimmungs-entscheide meist bereits vor DV gefällt werden. Wenn uns dann der Präsident des grössten Kantonalverbandes  uns noch böse Absichten unterstellt, macht es die Sache nicht einfacher (Anmerkung: Mit solchen Personen, die derart unsachlich für eine Partei argumentieren erweist sich Schiedsgericht als reine Farce)

- Flexibilisierung der Verbandsstrukturen: Das mir wichtigste Element, Fachverbände wie Bergsportverband neben Kantonalverbänden bilden zu können kam immerhin unverbindlich durch: Reglement/Statuten in diesem Sinne sind an nächster DV vorzulegen. Ich bin sehr gespannt ob Vorstand dies ernsthaft umsetzt oder wie schon öfters mit fadenscheinigen Gründen wieder torpediert. [Nachtrag: 2 Jahre später gibt's immer noch Nichts!]

- Möglichkeit zur Verkürzung Amtsdauer: Bei diesem Antrag wollte ich vor allem eine Diskussion anregen, der effektive Beschluss war eher unwichtig. Das Resultat war aber schlicht eine Diskussionsverweigerung. Unser Antrag war zwar schlecht formuliert, aber die Stellungsnahme des Vorstandes mit unrichtigen Informationen und Polemik verhinderte endgültig eine sachliche Diskussion.

Fazit DV NFS 05
Nach meiner Meinung besteht zur Zeit im Vorstand wie bei Mehrheit der Delegierten eine grosse Unlust, sich auf eine engagierte Diskussion einzulassen. In dieser Situation bringt ein DV Besuch - insbesondere bei für uns langen Anreisewegen - absolut keinen Nutzen.